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29.07.2018, 19:24 Uhr
Der „CDU-Wandersommer“ führte durch das Paradies Kraichgau
 

CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg lud zum Wandern und Gespräch / Besuch der Tongrube Rettigheim

Mühlhausen – rka – Der Wandersommer der CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg ist seit vielen Jahren eine feste Tradition und bietet allen Wanderfreunden die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Regierungsmitgliedern und Abgeordneten mitten in der herrlichen Natur des Landes. „Wir möchten Baden-Württembergs Vielfalt für die Menschen erlebbar machen und gleichzeitig das Gespräch mit ihnen in den Mittelpunkt rücken“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Reinhart in seiner Begrüßung im Sole-Aktiv-Park beim Thermarium in Bad Schönborn, und zitierte den ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss, der einmal sagte: „Beim Reisen hast du ein Ziel, beim Wandern bist du unterwegs“. Am Start hatten sich weit über hundert Wanderer versammelt, unter ihnen auch Politprominenz wie der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl, der Kultusstaatssekretär Volker Schebesta, die Staatssekretärin Friedhilde Gurr-Hirsch, der ehemalige Innenminister Heribert Rech. Kurz nach Mingolsheim tauchte die Wandergruppe in den Schatten des Waldes ein.

 Die diesjährige CDU-Sommerwanderung führte in den Kraichgau und in der Wahlkreise Bruchsal, Sinsheim und Wiesloch, wo die Angeordneten Ulli Hockenberger, Karl Klein, Dr. Albrecht Schütte und Claudia Martin ein interessantes Wanderprogramm unter dem Motto „Die Vielfalt des Kraichgaus hoch drei: Gesundheit – Gestein – Genuss“ zusammengestellt hatten. Die Wanderstrecke betrug ca. 12 Kilometer Für Wanderspaß, interessante Einblicke, Informationen, Gespräche, Naturerlebnisse und gute Verpflegung war bestens gesorgt, sodass die Wanderer gemeinsam einen abwechslungsreichen Tag im Kraichgau erlebten. Besonders angetan von dieser Wanderung durch seinen Wahlkreis war der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Klein. „Bei solchen zwanglosen Begegnungen und Kontakten kommt man am besten mit den Bürgerinnen und Bürgern und ihren Fragen, Sorgen und Anliegen ins Gespräch. Darüber hinaus lässt sich zu Fuß am besten die Schönheit der Natur unserer Heimat erkunden.“

 Erster Haltepunkt auf der Tour durch den Kraichgau war die Tongrube in Rettigheim, wo am Waldrand eine Getränkestation eingerichtet war. Dort begrüßte Bürgermeister Jens Spanberger die Wanderer und stellte seine Gemeinde Mühlhausen, die „Perle des Kraichgaus“, mit ihren 8 500 Einwohnern und seinen drei Ortsteilen vor. Als aktuelle Maßnahmen der Gemeinde nannte er die Ortskernsanierungen in Mühlhausen und Rettigheim, die Erschließung eines Neubaugebiets, den Neubau eines Gemeindebauhofs und eines Seniorenpflegewohnheims. An aussichtsreicher Stelle über der Tongrube Rettigheim informierte Spanberger über die Geschichte des Tonabbaus, der seit 1960 als Tontagebau zur Herstellung von Porotonziegeln durch die ehemalige Firma Trost, jetzt Wienerberger erfolgt. Die Tongrube Rettigheim umfasst ca. 13 Hektar, die geplante Erweiterung auf Gemarkung Malsch ca. 5 Hektar. Mit der Erweiterung, so Spanberger, könnten weitere 611 000 Kubikmeter Ton abgebaut werden, eine Menge, mit der das Werk noch 20 Jahre betrieben werden kann. Zuständig für die Verfüllung der Grube ist die Gemeinde, für die Rekultivierung die Firma Wienerberger.

 „Tonabbau im Einklang mit der Natur“ war das Thema, dem sich die Umweltbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands Rauenberg, Natascha Lepp, Andreas Ness  vom „Institut für Umweltstudien Weibel & Ness GmbH“ und Forstrevierleiter Bernd Niederer widmeten. Anhand von Schaubildern demonstrierte Andreas Ness, wie man die Rekultivierung plant und wie der Wald in den nächsten 25 Jahren wachsen soll. Der Artenschutz sei hierbei in seinen Augen kein Problem, nachdem man ein „Umzugsprogramm für alle Arten“ entwickelt habe. Die Zeit, dass Tongruben als „Wunden in der Landschaft“ galten, gehören nach Ansicht der Naturschutzbeauftragten Natascha Lepp schon lange der Vergangenheit an. Inzwischen habe man die Bedeutung solcher Schürfgebiete erkannt. „Auf kleinstem Raum können in ungewöhnlich hoher Dichte viele interessante Tier- und Pflanzenarten vorgefunden werden“, so die Biologin. 

Wichtig sei, die Pläne der Rekultivierung mit dem Naturschutz abzustimmen. Diese „Lebensräume aus zweiter Hand“ könnten – begleitet von Fachleuten des Naturschutzes - reich strukturiert sein. Die Umweltbeauftragte nannte dabei verschiedene Stehgewässer wie bewachsene Weiher, seichte Tümpel, Lehm-, Sand- oder Schotterflächen, einzelne Gebüschstrukturen mit Weichhölzern, ab und an ein Brombeer- oder Holunderbusch. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft seien solche Gruben oftmals „Inselbiotope“, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise von Tieren und Pflanzen genutzt werden. Am besten untersucht seien bisher Wirbeltiere, allen voran Amphibien, Reptilien und Vögel. Aber auch eine Vielfalt von Insekten hätten hier in der Tongrube einen Lebensraum gefunden.

Mit so vielen Informationen beladen brachen die Wanderer auf, wanderten auf schattigen Waldwegen in Richtung Mühlhausen, wo man über die Mittagszeit im Clubhausrestaurant „Filigran“ an der Sportanlage speiste. Weiter ging die Wanderung durch das Angelbachtal in den Eichtersheimer Schlosspark, wo der Angelbachtaler Bürgermeister Frank Werner die Wanderfreunde begrüßte. Zum gemütlichen Ausklang traf man sich beim Weingut Reichsgraf und Marquis von Hoensbroech.