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13.01.2011, 19:32 Uhr
Jubiläum 65 jahre
Seit 65 Jahren die gestaltende Kraft in der Gemeinde
Festlicher Abend des CDU-Gemeindeverbands im Bürgerhaus mit der Ministerin Tanja Gönner / Unterhaltungsprogramm und Ehrungen
Mühlhausen -
 
Mühlhausen – rka – Seit 65 Jahren gibt es in Mühlhausen einen CDU-Ortsverband, seit 35 Jahren bildet man den gemeinsamen CDU-Gemeindeverband Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach. Grund genug, auf eine „65 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte zurückzublicken, in der sich die CDU als gestaltende Kraft in der Gemeinde erwiesen hat“, wie der CDU-Vorsitzende Hans Becker in seiner Begrüßung beim Festakt im Bürgerhaus betonte. Mit der baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner hatte man für die Festansprache eines der profiliertesten Mitglieder der Landesregierung gewonnen. Diese äußerte sich beim Festakt lobend über die kommunalpolitische Arbeit der CDU. „Bei einem Blick auf Ihre Gemeinde darf ich feststellen: Es hat Mühlhausen sicher nicht geschadet, dass die CDU über viele Jahrzehnte die Kommunalpolitik in der Gemeinde entscheidend mitgeprägt hat“, so die Ministerin mit einem Augenzwinkern. In dieser unheimlich langen Zeit sei die CDU durch eine gemeinsame Leistung in der Gemeinde „wahrgenommen“ und durch entsprechende Wahlergebnisse auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene bestätigt worden.
 
Bei ihrer Ansprache richtete Tanja Gönner ein besonderes Augenmerk dem guten Zusammenspiel von Land und Gemeinde. Dabei habe sich die CDU als „Ordnungsgarant“ für Baden-Württemberg erwiesen, nicht zuletzt motiviert durch den Fleiß und den Willen der Bürgergerinnen und Bürger. Nicht ohne Grund stehe deshalb das Land im Spiegel der Bundesrepublik am besten da. Eine wichtige Säule sei die wirtschaftliche Struktur mit zahlreichen Familienunternehmen, die Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Mitarbeiter und den gesellschaftlichen Bereich übernehmen. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg habe in der Politik einen Partner, auf den sie sich verlassen könne. Dabei sei es wichtig, auch bei „Gegenwind standhaft zu bleiben“. Dies werde vom Bürger honoriert. „Allerdings muss sich die Politik klar ausdrücken, sonst gehen die Leute auf die Straße“, so die Forderung der Ministerin. Die Wünsche der Bürger verfolgten ein klares Ziel: „Sagt uns, wofür ihr steht, warum ihr dafür steht, dann gehen wir mit“. Sicher seien bei der Planung der Umgehungsstraße B 39 auch nicht alle begeistert gewesen. Aber beim Abwägen von Pro und Contra habe man den richtigen Weg gefunden.
 
Den CDU-Mitgliedern empfahl die Ministerin, ihre „Identität zu wahren“. „Wenn ich ein Parteibuch habe, muss ich auch dazu stehen“, so Tanja Gönner. Auch sie sei nicht über alles glücklich, was die Politik hervorbringt. Aber gerade das Ringen um den richtigen Weg, das Einbringen von Ideen, mache die „Volkspartei CDU“ so interessant. Natürlich laufe der Einzelne Gefahr, für alles „verhaftet“ zu werden, was in der großen Politik gemacht wird. Doch gerade weil die Menschen vor Ort, die für die CDU stehen, „Gesichter haben“, seien sie für den Bürger glaubwürdiger nach dem Motto „Dir glaub’ ich’s“.
 
 „In keinem anderen Bundesland ist die Zusammenarbeit der Regierung mit den Kommunen so gut wie in Baden-Württemberg“, so ihre persönliche Einschätzung. Im harten und fairen Ringen seien immer Lösungen gefunden worden, um die Finanzausstattung der Gemeinden zu gewährleisten. Dabei richte man auch ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des ländlichen Raums, dessen Besonderheiten man beachten und anerkennen müsse. Für die Zukunft mahnte die Ministerin etwas mehr Bescheidenheit an. „Was ich ausgebe, muss vorher auch erwirtschaftet sein“, so ihre Forderung. Deshalb müssten die Haushalte in Bund, Land und Gemeinde ausgeglichener gestaltet und die Schulden zurückgezahlt werden, auch auf die Gefahr hin, dass nicht mehr alle Wünsche erfüllbar sind.
 
Tanja Gönner gratulierte dem CDU-Gemeindeverband zu seinem Jubiläum. In den 65 Jahren habe er sich als lebendiger Ortsverband präsentiert, der es verstanden habe, „die Menschen zu mobilisieren“. Mit der „notwendigen Demut“ dürfe man jetzt erzählen, was erreicht worden sei, dürfe aber auch weiterhin daran arbeiten, die Gemeinde auf ihrem Weg in eine gute Zukunft zu prägen und den eigenen Stempel aufzudrücken.
 
Bürgermeister Karl Klein, MdL, nutzte die willkommene Gelegenheit, um der Ministerin für die „gemeinsame Kraftanstrengung“ bei der Durchsetzung und Finanzierung der Umgehungsstraße zu danken. Mit Zähigkeit, Mut und auch Geduld habe man am gleichen Strang gezogen und durch eine Menge Überzeugungsarbeit das Ziel erreicht. Der CDU Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach bescheinigte der Bürgermeister, dass die Partei den Vertrauensvorschuss der Bürger in der Vergangenheit sehr erfolgreich zum Wohle der Gemeinde umgesetzt habe. Bei zahlreichen Entscheidungen habe man Rückgrat bewiesen und sich damit großes Vertrauen beim Bürger erworben.
 
„Sechzig Prozent Wählerstimmen bei Kommunalwahlen fallen nicht einfach vom Himmel“, so Karl Klein. Die CDU dürfe stolz auf das sein, was in der Gemeinde entstanden ist. Dabei seien die Finanzspritzen des Landes immer ein „großer Segen“ gewesen. Bei den gestiegenen Ansprüchen der Bürger müsse aber in der Zukunft immer öfter die Frage erlaubt sein, was man zukünftigen Generationen noch an Lasten zumuten kann. Große Chancen für das „Innenleben“ der Gemeinde sieht Karl Klein nach der Verwirklichung der Umgehungsstraße. Hier sei jeder Bürger gefordert, seine Gedanken und Ideen einzubringen. Der CDU dankte der Bürgermeister für ihren „großartigen Einsatz und die tolle Unterstützung“ in all den Jahren.
 
„Wir haben Grund zur Dankbarkeit und Stolz auf außergewöhnliche Erfolge“, erklärte der CDU-Vorsitzende Hans Becker in seinem Rück- und Ausblick. Auf verschiedenen Ebenen sei man mittlerweile der erfolgreichste Gemeindeverband im Rhein-Neckar-Kreis, der gegen den Trend deutlich wachse. Die hervorragenden Ergebnisse bei Wahlen seien kein Zufall, sondern Ergebnis einer nachhaltigen Strategie. Die örtliche CDU habe den Generationswechsel gezielt und konsequent organisiert und mit neuen Gesichtern besetzt. Mit der Neugründung der Jungen Union wolle man nun die junge Zielgruppe in der Gemeinde erreichen. Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Gemeinde gab Hans Becker eindeutig die Marschrichtung vor: „Wir können es uns nicht leisten, auf dem Erreichten auszuruhen, sondern wir müssen uns den neuen Herausforderungen der Zukunft stellen“.
 
Auch für Hans Becker war es ein ganz persönliches Anliegen, der Ministerin Tanja Gönner als „überaus wichtiger Partnerin“ für die Unterstützung beim Bau der Umgehungsstraße zu danken. Aber auch Bürgermeister Karl Klein und der Bundestagsabgeordnete Stephan Harbarth hätten mit dazu beigetragen, das „Wechselbad der Gefühle“ zu beenden. Die stellvertretende Vorsitzende Stephanie Kretz ergänzte die Ausführungen ihres Vorsitzenden durch einen Rückblick auf die letzten fünf Jahre in Wort und Bild. Auf hohem Niveau stand das musikalisch-kulturelle Rahmenprogramm. Svenja Walter (Gesang, Saxophon), Horst Berger (Klavier) und Michael Henk (Percussion, Gesang) boten anspruchsvolle Songs aus den Bereichen Gospel, Jazz, Schlager und Musical, so „My way“ von Frank Sinatra, „What a wonderful world“ von Louis Armstrong, „Paris“ und „Romanze“ von der Gruppe „Wise Guys“, „Feel“ von Robbie Williams und „Over the rainbow“ aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“. Zum Abschluss des Abends dankte der stellvertretende Vorsitzende, Ortsvorsteher Rüdiger Egenlauf allen Mitwirkenden für einen erlebnisreichen Abend. 
 
Für langjährige Treue zur CDU wurden durch Ministerin Tanja Gönner, Bürgermeister Karl Klein, MdL, den Vorsitzenden Hans Becker und seinen Stellvertreter Klaus Jacobsen geehrt: Klara Schneider (45 Jahre); Jupp Penninger, Hugo Stiel, Alfons Kretz, Reinhold Wagner (40 Jahre); Rudi Kramer, Anton Barth, Roland Benz, Friedrich Fuchs, Günther Kolb, Wolfgang Östringer, Valentin Reiß, Oskar Rühl, Dr. med. Sibylle Schwarz (35 Jahre); Christa Wagner-Christ, Volker Schäfer (30 Jahre); Pfarrer Wolf-Dieter Weber, Werner Schlindwein, Jürgen Lamade (25 Jahre).